Bekannte Nürtinger

-Dr. h. c. Robert Reiner (1880–1960) war ein in Nürtingen geborener Unternehmer, der in den USA zu Wohlstand kam. Trotz seiner Auswanderung blieb er seiner Heimatstadt eng verbunden und unterstützte sie über viele Jahre hinweg mit großzügigen Spenden. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg förderte er zahlreiche soziale und kulturelle Projekte, darunter das Freibad, die Stadtkirche St. Laurentius sowie den Nürtinger Maientag. Als Anerkennung für seine Verdienste wurde ihm 1949 die Ehrenbürgerwürde der Stadt Nürtingen verliehen. Sein Andenken lebt bis heute unter anderem im Reiner-Pavillon weiter.

Foto: NTZ

-Julius Closs (geb 1892) Julius Cloß war Besitzer der Nürtinger Sonnenbrauerei „Zur Sonne“ und zählt zu den bedeutenden Unternehmerpersönlichkeiten der Stadt. Bekannt wurde er vor allem als Mitbegründer der Firma Metabo. Gemeinsam mit Albrecht Schnizler stellte er 1924 die Weichen für die Entwicklung des später weltweit bekannten Elektrowerkzeugherstellers. Die ersten Geschäftsräume befanden sich in der ehemaligen Sonnenbrauerei in der Nürtinger Kirchstraße. Damit verbindet sich der Name Julius Cloß nicht nur mit der Nürtinger Brautradition, sondern auch mit einem wichtigen Kapitel der Industriegeschichte der Stadt.

Aus alten Zeitungen des Oberamtes Nürtingen geht hervor wie wichtig die Familie Closs für die kleine Neckarstadt war. Neben der Tatsache das Gasthaus und Brauereibesitzer einen wichtigeren Stellenwert vor dem 2. Weltkrieg hatten war Closs auch für sein soziales engagement bekannt. Leider verwischen zum Ende seines Lebens seine Spuren.

Foto: Metabo

-Friedrich Hölderlin

Friedrich Hölderlin (20. März 1770 in Lauffen am Neckar; † 7. Juni 1843 in Tübingen) zählt zu den bedeutendsten deutschen Dichtern. Nach dem Studium der Theologie im Tübinger Stift arbeitete er als Hauslehrer, widmete sich jedoch vor allem der Dichtung. Zu seinen bekanntesten Werken gehören der Roman Hyperion, die Tragödie Der Tod des Empedokles sowie zahlreiche Gedichte und Hymnen.

Eine prägende Rolle spielte seine Liebe zu Susette Gontard, die er in seinen Werken als „Diotima“ verewigte. Ab etwa 1802 verschlechterte sich sein psychischer Gesundheitszustand zunehmend. Nach einem Klinikaufenthalt lebte Hölderlin von 1807 bis zu seinem Tod im Tübinger Hölderlinturm, wo er von der Schreinerfamilie Zimmer betreut wurde.

Heute gilt Friedrich Hölderlin als einer der bedeutendsten Lyriker der deutschen Literatur. Seine Werke verbinden klassische Ideale mit einer tiefen Naturverbundenheit und beeinflussten zahlreiche Schriftsteller und Philosophen bis in die Gegenwart.

Nürtingen spielte im Leben Friedrich Hölderlins eine entscheidende Rolle. Bereits 1774 zog er als Vierjähriger mit seiner Mutter nach Nürtingen, wo er den größten Teil seiner Kindheit und Jugend verbrachte. Er besuchte die Nürtinger Lateinschule, wurde in der Stadtkirche St. Laurentius konfirmiert und entwickelte hier seine enge Verbundenheit zur Landschaft am Neckar, die später viele seiner Gedichte prägte. Auch während seiner Studien- und Hauslehrerjahre kehrte Hölderlin immer wieder nach Nürtingen zurück, wo das Haus seiner Mutter für ihn ein wichtiger Rückzugsort blieb. In Nürtingen entstanden zudem Teile seiner frühen Werke und Entwürfe zum Hyperion. Sein lebenslanges Nürtinger Bürgerrecht unterstreicht die enge Verbindung zur Stadt

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